konkursbuch Vlg. Claudia Gehrke


KONKURSBUCH über KONKURSBUCH

Gegründet 1978 mit der ersten Ausgabe des „konkursbuch" zum Thema „Vernunft und Emanzipation" ist der Verlag seinen Anfangsideen - schubladenübergreifend zu denken, die Grenzen zwischen Bild und Wort, hoher Kunst und Erotik durchlässiger zu machen - treu geblieben.

Aus konkursbuch 6 mit dem Thema "Erotik" entwickelte sich die Reihe Mein heimliches Auge, multisexuell... Daraus Mein lesbisches Auge und Mein schwules Auge, wobei das multisexuelle heimliche Auge selbstverständlich auch heute noch lesbische, schwule, transgender ... Beiträge enthält.
Später gerät das „Heimliche Auge" ins Visier einiger Staatsanwälte und der Bundesprüfstelle - es wurde jedoch sowohl bei der Bundesprüfstelle wie in den Prozessen überzeugend als Kunst gewertet. Diese Prozesse allerdings bringen den Verlag an seine - ökonomischen - Grenzen. An die gerät er auch aus anderen Gründen immer wieder einmal: weil wir uns zu oft zu luxuriös gestalteten Büchern verführen lassen, die teuer in der Herstellung sind und sich manchmal nicht so verkaufen, dass sie sich finanzieren können ... Reserven aber gibt es nicht.

Zum Programm: Unser Verlag sei, so heißt es, spezialisiert auf Erotik von Frauen. Das stimmt. Es gibt erotische Romane, Fotobücher und Mein heimliches Auge, das „multisexuelle" erotische Jahrbuch, das die Entwicklungen zum Thema Sex, Lust und Liebe jedes Jahr aufs Neue überraschend vielfältig dokumentiert, mit seinen „Kindern", dem lesbischen und dem schwulen Auge. Aber genauso sind wir spezialisiert auf allgemeine Belletristik, darunter viel queere Literatur, Romane, Prosa, Thriller und auch Lyrik, Reiselesebücher, Bücher zwischen den Kulturen in unterschiedlicher Gestaltung [...]

Unser Verlagsprogramm wird somit in einem fast altmodischen Sinn individuell zusammengestellt, die Verlegerin beschränkt sich nicht auf ein „Marktsegment" (obwohl das ökonomisch gesehen sicher sinnvoller wäre), sondern entwickelt im Gespräch mit AutorInnen, FreundInnen, freien und den zwei festen VerlagsmitarbeiterInnen vielfältige Buchprojekte aus überraschenden Bereichen.

Claudia Gehrke führt den immer klein gebliebenen Verlag seit nun über 35 Jahren, mit einer kleinen MitarbeiterInnencrew aus freien MitarbeiterInnen und einer festen, Babett Taenzer, mit „viel Leidenschaft" und großen ökonomischen Risiken in Tübingen.