NICHTS FREIERES GIBT ES AUF ERDEN von SOR JUANA INÉS DE LA CRUZ

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NICHTS FREIERES GIBT ES AUF ERDEN von SOR JUANA INÉS DE LA CRUZ

NICHTS FREIERES GIBT ES AUF ERDEN von SOR JUANA INÉS DE LA CRUZ

>> konkursbuchverlag Claudia Gehrke, Tübingen 2017
Klappbroschur, 224 Seiten

Verlagstext:

Gedichte über die Liebe und politische Gedichte, kritische Gedichte über das Verhältnis der Geschlechter, zärtliche Liebesgedichte an Frauen gerichtet. Mit einer ausführlichen Einleitung über ihr Leben: Dichterin, Nonne, Gelehrte.

Sor Juana de la Cruz gilt als die bedeutendste Dichterin des mexikanischen Barock. Ihre Prosatexte sowie ihr Gedicht „Der Traum“ liegen seit vielen Jahrzehnten in deutschen Versionen vor; seit dem Erscheinen von Octavio Paz‘ „Sor Juana oder: Die Fallstricke des Glaubens.“ im Suhrkamp Verlag und der Verfilmung durch Maria Luisa Bemberg („Ich, die Unwürdigste von allen“) ist das Interesse am Leben der oft als „erste Feministin“ bezeichneten Nonne auch im deutschsprachigen Raum groß. Doch ihre Liebes- und Alltagslyrik und sogar jene Gedichte, die ihren Ruf als Feministin begründet haben, lagen bislang nicht bzw. nur vereinzelt in deutscher Sprache vor. Ziel dieser Auswahl ist, der deutschsprachigen Leserschaft einen opulenten Eindruck der Vielfalt von Juanas Dichtung zu geben – und dabei in der Übersetzung ihrer unverwechselbaren Stimme nach Kräften gerecht zu werden: Der Musikalität dieser Gedichte sowie Juanas klare, pointierte, oft sehr modern anmutende Sprache.

Ihre Gedichte sind realitätsnah. "Zum Beispiel ist die Liebe oft endlich; ein Aufflammen in Sehnsucht und Schmerz, dem irgendwann Überdruss oder Enttäuschung ein Ende setzen. Sie ist nicht für die Ewigkeit gemacht, nicht auf ein „Happy End“ ausgerichtet. Immer wieder kommt die Vernunft ins Spiel: sie sagt, was richtig ist. Die Frauen – das weibliche lyrische Ich – in diesen Sonetten hören auf die Vernunft, auch wenn es ihnen schwer fällt. Die Männer, in ihrer Eifersucht, sind unbelehrbar."

Über ihre an Königin María Luisa gerichteten Gedichte wurde viel spekuliert. "Wie erst 2015 entdeckter Brief María Luisas bestätigt, fühlten sich die beiden von Anfang an zueinander hingezogen. Im Ausdruck ihrer Zärtlichkeit sind die Gedichte Juanas vollkommen unbekümmert: Für die katholische Juana ergab sich kein Konflikt daraus, eine Frau zu lieben, warum auch? Die Seelen, so ihre Überzeugung, kennen kein Geschlecht. Eine Göttin wie María Luisa steht über den irdischen Gesetzen. Es wurde heftig darüber gestritten, wie sich diese Liebe gestaltet haben mag. Ob sich im Falle der beiden von lesbischer Liebe sprechen lässt; welcher Art Juanas sexuelle Orientierung im Allgemeinen gewesen sein mag; ob derlei Begriffe späterer Jahrhunderte auf eine Nonne des 17. Jahrhunderts überhaupt anwendbar seien – und dergleichen mehr. Die Datenlage ist dürr, die Bandbreite der Meinungen riesig – historisch sind diese Fragen letztlich nicht zu beantworten."

Juana Inés de la Cruz, 1648 oder 1651 bis 1695, war uneheliche Tochter einer Kreolin. Im Mexiko des 17. Jhds. suchte sie als Hofdame und später im Kloster nach Räumen, in denen ein intellektuelles Leben für Frauen möglich war. Mit ihren theoretischen und politischen Arbeiten sowie ihren Gedichten wurde sie in ihrer Zeit sehr bekannt, bis sie sich völlig zurückzog. Sie gilt als „erste Feministin".

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