BAYRISCHE TRILOGIE von MARTIN SPERR

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BAYRISCHE TRILOGIE von MARTIN SPERR

BAYRISCHE TRILOGIE von MARTIN SPERR

JAGDSZENEN AUS NIEDERBAYERN. LANDSHUTER ERZÄHLUNGEN. MÜNCHNER FREIHEIT

>> Suhrkamp (st), Frankfurt/M. 1972
Taschenbuch, 176 Seiten

Erlkoenig sagt:

"Uns" interessiert an Sperrs "Bayrischer Trilogie", mit der er gnadenlos mit der Dumpfheit der (in dem Fall bayrischen) Provinz und dem deutschen Spiessertum abrechnet, insbesondere der 1. Teil, die "Jagsszenen aus Niederbayern". Hier wird in einem Kaff der Nachkriegszeit ein Schwuler, der nach Verbüßung einer Haftstrafe wegen § 175 nach Hause zurückkehrt, zum Opfer der "Jagdszenen" der ganz und gar nicht "heilen Dorfidylle". „Die Jagd von Menschen auf Menschen und die Zusammenrottung zu solchem Vergnügen“ wollte Sperr darstellen, und das gelang beeindruckend.
Dieses Melodram aus dem Jahre 1964 scheint "weit weg", wenn man sich die massiven Veränderungen im gesellschaftlichen Umgang mit Homosexualität in Deutschland vor Augen führt. Ein Horrormovie aus Gott-sei-Dank lange vergangenen Zeiten scheint das zu sein...
Wenn man allerdings ein wenig genauer hinschaut, könnte man das auch anders sehen: Der Vorwand für die "Jagd auf Menschen" ist bei Sperr die (abwegige) Vermutung der Dorfgemeinschaft, der "Schwule" würde sich an den Jugendlichen "vergehen"...
Wir wollen uns jetzt nur mal ganz unpathetisch vorstellen, ein wegen "Missbrauchsdelikten" Verurteilter würde heute - sagen wir 2014 - in einem (fiktiven, meinetwegen niederbayrischen) Kaff namens Reinöd (oder whatever!) nach Verbüssung seiner Haftstrafe wieder auftauchen...