DER JAKUBIJAN-BAU von ALAA AL-ASWANI

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DER JAKUBIJAN-BAU von ALAA AL-ASWANI

DER JAKUBIJAN-BAU von ALAA AL-ASWANI

>> Fischer TB, Frankfurt/Main 2019
Aus dem Englischen von Hartmut Fähndrich
Taschenbuch, 384 Seiten

Verlagstext:


Die Armen wohnen oben, auf dem Dach, in kleinen Kabüffchen, die ursprünglich als Abstellkammern konzipiert waren. In den Stockwerken darunter geht es weniger knapp zu. Dort hat ein durch die Revolution von 1952 teilenteigneter Grundbesitzer sein Büro mitsamt Liebesnest, ein Chefredakteur seine Wohnung, ein Neureicher das Domizil für seine Zweitfrau und haben viele Ungenannte ihr ganz normales Zuhause. Auf vielfältige Weise verweben sich die Leben der Bewohner. Das Haus wird zum Mikrokosmos für Ägypten.

Alaa al-Aswanis Roman stellt vieles dar, was es in Ägypten gibt, worüber aber nicht häufig – und eigentlich nie in dieser Direktheit – gesprochen wird. Da kommt der junge Mann nicht an die Polizeischule, weil sein Vater nur Türhüter ist. Da hält sich der wohlhabende Journalist einen armen Oberägypter als Bettgenossen. Da predigt der eine Geistliche für die Regierungspolitik, der andere für den Terror. Da bereichern sich manche schamlos mit den zweifelhaftesten Geschäften. Da wird das junge Mädchen, das für seine Familie sorgen muss, von allen Arbeitgebern systematisch belästigt. Da träumt der ehemalige Aristokrat von vorrevolutionären, besseren Zeiten. Da wird im Bereich der Politik geschmiert, geschnüffelt und gefoltert. Da wird eben das tägliche Leben Ägyptens gezeigt.

Das Buch hat für Aufregung gesorgt. Es ist in Ägypten, Frankreich und Italien zum Bestseller geworden, besonders nach seiner Verfilmung. Der Film wurde an den Festivals von Berlin, Cannes und New York gezeigt und an den Filmfestspielen in Zürich mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

Erlkoenig sagt:

Al-Aswani bricht in seinem Roman definitiv eine ganze Menge Tabus. Kleines Problem: Für den mitteleuropäischen (schwulen) Leser sind diese Tabubrüche erstmal als solche nicht erkennbar, weil sie "bei uns" nicht als Tabus existieren. Die "schwule" Komponente beispielsweise liest sich für uns als amüsant-beklemmende Episode und wirkt eher traurig-altmodisch als revolutionär. In Ägypten muss das aber so gewirkt haben, als wenn in den 50ern des 20. Jahrhunderts jemand in Deutschland über polyamöröse Gangbang-Parties im Berghain geschrieben hätte.
Mit anderen Worten: Es ist ein bisschen schwer, alle Irritationen zu verstehen, die dieses Buch in der arabischen Welt ausgelöst hat, wenn man es aus "westlicher Perspektive" liest.
Was nicht schwer ist: den "Alkubijan-Bau" mit sehr viel Vergnügen zu lesen! Spannend, vielsagend und vielfarbig ist´s allemal.



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