DIE GESÄNGE DES MALDOROR von LAUTRÉAMONT

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DIE GESÄNGE DES MALDOROR von LAUTRÉAMONT

DIE GESÄNGE DES MALDOROR von LAUTRÉAMONT

>> Rowohlt, Reinbek b. Hamburg 2004
Originalausgabe: LES CHANTS DE MALDOROR, A. Lacroix, Verboeckhoven et Cie, Brüssel 1869 (ausgeliefert erst 1874 mit geändertem Einband von D. E. Wittmann, Paris & Brüssel)
Aus dem Französischen von Ré Soupault
Taschenbuch, 272 Seiten


Verlagstext:

Das verbotenste Buch des 19. Jahrhunderts – ein Klassiker der schwarzen Romantik

Maldoror ist der gefallene Engel, der satanische Verführer, der Rache nimmt und Gott für die Erschaffung des Menschengeschlechts bestrafen will. Mit seinem einzig vollendeten Werk schuf Lautréamont einen ästhetisch kühnen, alle Tabus brechenden Gesang über Schmerz und Grausamkeit, der vielen Interpreten noch heute als eines der radikalsten Bücher der abendländischen Literatur überhaupt gilt.

Erlkoenig sagt:

Das bösartige und pechschwarze Werk des 23jährigen Comte de Lautréamont (eigentlich Isidore-Lucien Ducasse) war seiner Zeit um Generationen voraus. Erst die Surrealisten konnten mit diesem Buch voller Dämonen, Hermaphroditen, Mörder und gefallener Engel etwas anfangen. Die Hauptfigur Maldoror fiebert von einer sadomasochistischen Phantasie zur nächsten - und die Objekte dieser Phantasien sind überwiegend Männer oder Jünglinge...
(to, "die schwulen Buchläden" 92/I)

Verboten wurden die "Chants de Maldoror" entgegen der effektvollen Behauptung des Verlags (siehe oben) nie: Erst recht nicht im 19. Jahrhundert, denn bis die Surrealisten den Text im 1. Weltkrieg entdeckten und zu ihrer "Bibel" machten, wurde Lautréamonts einziges Werk offensichtlich kaum gelesen und öffentlich nicht wahrgenommen...
Man könnte argumentieren, dass der "Maldoror" einfach so weit weg von allem Vorstellbaren war, dass es weder für einen literarischen Skandal noch für ein Verbot "reichte" - und es beides wohl gegeben hätte, wenn diese Höllenmaschine von Text etwa 80% anständiger und konventioneller ausgefallen wäre.
Isidore Lucien Ducasse (1946 in Montevideo (Uruguay) geboren, 1970 im Alter von 24 jahren in Paris gestorben) hatte sich schlicht und einfach vorgenommen, das schwärzeste und böseste Buch aller Zeiten zu verfassen - und trotz Konkurrenz mit z.b. de Sade gibt es wohl bis heute nicht wenige, die das Vorhaben für geglückt halten.
Folter, Gotteslästerung, Mord und diverse andere tabubrechende Exzesse bestimmen die "Gesänge". Überraschend wenig wurde bisher jedoch thematisiert, dass homoerotische bzw. päderastische Motive sich quasi durchs ganze Werk ziehen. Einen ganzen Gesang widmet "Lautréamont" einem Jüngling und dessen Vernichtung, und der berühmteste Satz des Werkes bezieht sich auf die Schönheit des Knaben, die war wie "das zufällige Zusammentreffen einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch".
Das
hat den Surrealisten zwar so gefallen, dass sie es quasi zum Motto ihrer ganzen Bewegung machten, aber das "Schwule" daran wollten sie als (fast) durchweg extrem homophobe Gruppierung natürlich nicht sehen!