Hersteller: Suhrkamp

TORERO, ICH HAB ANGST von PEDRO LEMEBEL

Art.Nr.: 27949

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Produktbeschreibung

>> Suhrkamp (Bibliothek Suhrkamp 1551), Berlin 2023
Originalausgabe: TENGO MIEDO, TORERO, Seix Barral/Planeta, Santiago de Chile 2001
Deutsche Erstausgabe: TRÄUME AUS PLÜSCH, Suhrkamp TB, Frankfurt/Main 2003
Aus dem chilenischen Spanisch von Matthias Strobel
Hardcover, 216 Seiten

Verlagstext:

Der berühmte queere Liebesroman aus Lateinamerika

»Er brauchte gar keine Poesie zu schreiben, um der größte Poet meiner Generation zu werden.« Roberto Bolaño

Im Frühjahr 86 stehen die Zeichen auf Sturm, Augusto Pinochets Macht bröckelt: Proteste, brennende Reifen in den Straßen Santiagos, Stromausfälle, Revolutionsaufrufe im Radio. Nur die weltvergessene Heldin dieser Geschichte, nicht mehr jung, nicht mehr Mann, hat bloß Augen für Carlos, den bildhübschen Studenten, der trotz ihrer Stoppeln im Gesicht, ihrer Armut, ihrer grellen Art immer näherkommt. Sie stürzt sich vollends in die Hoffnung, singt Liebeslieder, lacht und phantasiert, doch vergebens. Denn wer hat die Macht, wer bestimmt die Grenzen, zwischen oben und unten, zwischen Mann und Frau? Sie ganz sicher nicht. Und so bleibt ihr allein der Widerstand, auf der Zunge und im Herzen.
In farbiger, kräftiger, brillanter Sprache erzählt Pedro Lemebel eine Geschichte von politischer Militanz und sexueller Dissidenz. Torero, ich hab Angst ist bedeutende queere Weltliteratur. Ein bissiges Werk der Befreiung von Repression und Unfreiheit.

Pedro Lemebel ist einer der bedeutendsten queeren Autoren des 20. Jahrhunderts. 1952 in Santiago de Chile geboren, wurde er früh zu einer bekannten Stimme im Untergrund im Kampf gegen die Diktatur Augusto Pinochets. Neben seinem einzigen Roman Torero, ich hab Angst und zahlreichen Crónicas umfasst sein Werk Fotografien, Videokunst, Performances und Installationen. Als er 2015 starb, trauerte ein ganzer Kontinent um eine Ikone.

Erlkoenig sagt: 

Grandios, dass dieser grandiose Roman jetzt wieder vorliegt. Die erste deutsche Ausgabe, Ende 2003 unter dem missglückten Titel "Träume aus Plüsch" bei Suhrkamp "nur" als Taschenbuch erschienen, wurde weitgehend übersehen...
Zu Loben ist die Neuauflage unter dem jetzt "richtigen" Titel. Eigenartig, dass Suhrkamp nicht erwähnt, dass es sich nur um eine Wiederauflage eines Titels handelt, der bereits 20 Jahre vorher im gleichen Verlag erschienen ist. Eigenartig, dass die schon bei der ersten Version (zum Beispiel im "Katalog der schwulen Buchläden") als nicht besonders gelungen kritisierte Übersetzung jetzt "überarbeitet" wurde, diese Überarbeitung aber vom gleichen Übersetzer, Matthias Strobel, stammt. Da wundert es nicht, wenn gleich mehrere Rezensionen wieder anmerken, dass die Übersetzung nicht überzeugt...

Richtig ärgerlich wird es, wenn man sich den Klappentext (siehe oben) und die Verschlagwortung ansieht, mt der Suhrkamp diesen Roman jetzt bewirbt: Ein Paradebeispiel dafür, wie der Begriff "Queer" mittlerweile dazu benutzt wird, "Schwules" oder wenigstens "Homosexuelles" geradezu verschwinden zu lassen!
Konsequent wird "Ich hab Angst, Torero" als ein "queerer" Roman eines "queeren" Autoren bezeichnet, die Hauptfigur als "nicht mehr Mann", und die einschlägigen Schlagworte sind "LGBTQ+ Studien/Themen", "Bezug zu LGBTQ+ Menschen", "LGBTQIA+", "Transgender" und "Transsexualität".
Dabei ist klar wie Kloßbrühe, dass weder der Autor Lemebel noch die Hauptfigur des Romans das (viel später erfundene) Etikett "queer" verdient haben, und mit "trans" haben beide ebensowenig zu tun. Lemebel war ein schwuler Mann, die Hauptfigur seines einziges Romans ist sein literarisches "alter ego", und daher ist auch "Sie" ein schwuler Mann. Alllerdings einer, der ganz und gar nicht "männlich" auftritt, sondern eben eine Tunte. Tunten sind aber, per Definition, männlich und schwul, aber mitnichten "Trans*. Und was genau ein "LGBTQ+Mensch" ist, darauf hat wohl auch der Suhrkamp-Verlag keine Antwort, außer der, dass es grade zum Zeitgeist passt, solche Verschwurbelungen. Pfffffffft!

Für diesen Unfug kann Lemebel nichts, und das Buch erst recht nicht. Lesen!