INTIM UND RESPEKTABEL von ELISA HEINRICH

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INTIM UND RESPEKTABEL von ELISA HEINRICH

INTIM UND RESPEKTABEL von ELISA HEINRICH

AUSHANDLUNGEN VON HOMOSEXUALITÄT UND FREUNDINNENSCHAFT IN DER DEUTSCHEN FRAUENBEWEGUNG UM 1900

Vandenhoeck & Ruprecht (V&R unipress), Göttingen 2022
Hardcover, 356 Seiten


Die Frauenbewegung um 1900 war nicht nur ein politischer Zusammenschluss, sondern auch zentraler Ort der Vergemeinschaftung von Frauen. Ob sich Aktivistinnen im Frauenklub verabredeten, sich auf Kongressen zu Hunderten trafen oder in einer Damenwohnung das tägliche Leben miteinander teilten – die Bewegung ermöglichte vielfältige, intime Beziehungen und Praxen zwischen Frauen. Für die Deutung dieser Verhältnisse war die Kategorie der Respektabilität wesentlich wichtiger als die Frage nach womöglich praktizierten sexuellen Beziehungen. Die um 1900 popularisierte Unterscheidung zwischen Homo- und Heterosexualität perspektivierte diese Lebensmodelle neu. Elisa Heinrich fragt in ihrer Studie nach den Aushandlungsprozessen der Akteurinnen und beleuchtet Bedingungen und Folgen dieses Übergangs.

The women’s movement was not only a place of political debate. A large number of activists spent most of their time among women – at women’s clubs, as female couples or in so-called ladies’ apartments. Respectability played a significant role in these circles. Whether or not a relationship or behavior was considered “respectable” was much more important than whether someone entered into homo- or heterosexual relationships. This gradually growing distinction – popularized by sexology since the second half of the 19th century – placed the intimate relationships within the women’s movement into new normative contexts. Elisa Heinrich both examines the discursive negotiation of female homosexuality by women’s activists and sheds light on the conditions and consequences of this significant transition.

Dr. Elisa Heinrich hat an der Universität Wien promoviert und forscht zur Geschichte sozialer Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert. Sie ist Mitautorin einer Biografie über die Frauenrechtlerin Käthe Schirmacher. Verlagstext:

In der NS-Zeit wurden Homosexuelle zu »Staatsfeinden« erklärt. Ihre Verfolgung wurde massiv verschärft und zielte nicht mehr nur auf bestimmte sexuelle Handlungen, sondern auf die »Ausmerzung« der Homosexualität schlechthin. Nach 1945 hofften viele auf ein Ende der Verfolgung, doch sowohl in West- wie auch in Ostdeutschland wurde sie schon bald wieder intensiviert. Die DDR diskreditierte Homosexuelle nun als »Überbleibsel der kapitalistischen Gesellschaftsordnung«. Im Gegensatz zum NS-Regime setzte sie bei der Bekämpfung der Homosexualität aber nicht mehr nur auf das Strafrecht, sondern zunehmend auch auf Erziehungsmaßnahmen. Mit Sachsen untersucht die Studie die regionalen Auswirkungen dieser Politik in einem Flächenland und fragt nach Unterschieden zu anderen Regionen.