TAGEBUCH EINER MÄNNLICHEN BRAUT von WALTER HOMANN

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TAGEBUCH EINER MÄNNLICHEN BRAUT von WALTER HOMANN

TAGEBUCH EINER MÄNNLICHEN BRAUT von WALTER HOMANN

BIBLIOTHEK ROSA WINKEL BAND 53

>> Männerschwarm Verlag, Hamburg 2010
Deutsche Erstausgabe D. Dreyer & Co., Berlin 1907)
Mit einem Nachwort von Jens Dobler
Paperback, 255 Seiten

Vom Lehrling zur Gräfin

Der "blonde Dori" beschreibt in seinem Tagebuch die Stationen seines ungewöhnlichen Lebens. Für lange Zeit ist es ihm selbst ein Rätsel, warum manche Männer sich so sehr um seine Freundschaft bemühten, während andere ihn verächtlich als Hure bezeichneten. In aller Unschuld und Naivität begreift er nicht, dass sein ganz selbstverständlich gelebtes effeminiertes Verhalten ihn in den Augen der Anderen verdächtig macht. Nachdem er sich entschließt, die Kleidung des anderen Geschlechts anzulegen, erlebt er einen rasanten sozialen Aufstieg, der jedoch im Fiasko endet.
Das Tagebuch spiegelt eigene Erfahrungen des Autors Walter Homann (1887-1918), verarbeitet aber auch das Schicksal der "Comtesse Dina Alma de Paradeda" (Foto), die Magnus Hirschfeld als Paradebeispiel für den "sexuellen Sondertypus" des Transvestiten anführt.

"Im Dezember 1906 las man in den Zeitungen viel über eine "männliche Braut": Ein Breslauer Lehrer hatte sich mit einer ›adeligen Dame‹ verlobt, die in Wirklichkeit ein verkleideter Mann war und aus Angst vor Entdeckung Selbstmord verübte. Wenig später, im Frühjahr 1907, erschien das "Tagebuch einer männlichen Braut", herausgegeben von Walter Homann, der die Aufzeichnungen, die er mit dem Buch der Öffentlichkeit zur Aufklärung über das "dritte Geschlecht" übergab, von der Polizei erhalten haben will ("Auf dem Polizeipräsidium wurden mir die Tagebuchblätter ausgehändigt"). Zwar wird in dem Buch an keiner Stelle behauptet, daß es sich um die Geschichte der Breslauer "männlichen Braut" handle, aber offensichtlich wurde es (auch) als Dokumentation zum aktuellen Fall gelesen: Das Buch wurde ein großer Erfolg." (Aus dem Nachwort von Jens Dobler)

Homanns Buch ist ein Schelmenroman, der anfangs in manchem an den "Felix Krull" erinnert: in naivem Tonfall erzählt der "blonde Dori", wie er zunächst ganz ahnungslos in eine Welt jenseits der klassischen Männerrolle gerät. Damit wird den späteren Hochstapeleien als Dame von Stand die kriminelle Energie weginterpretiert: er macht ja nur das Beste aus einer Situation, in die er von der Umwelt hineingedrängt wurde. Die Stimmung wechselt, als Dori sich entschließt, in Frauenkleidern sein Glück zu versuchen - die leichte Melancholie der Jugend wird durch forsche Abenteuerlust ersetzt. Insofern lässt dieses vermeintliche Tagebuch die geschickte Dramaturgie eines routinierten Schriftstellers erkennen.