Hersteller: Matthes & Seitz

AUFZEICHNUNGEN EINES KROKODILS von QIU MIAOJIN

Art.Nr.: 28172

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Produktbeschreibung

>> Matthes & Seitz, Berlin 2024
Originalausgabe: 鱷魚手記 Èyú shǒujì, 1994
Aus dem taiwanesischen Chinesisch von Martina HasseEnglischen von
Softcover, 317 Seiten

Verlagstext:

Ein Kultbuch der taiwanesischen lesbischen und queeren Literatur

Im Taipeh der 1980er-Jahre, kurz nach Aufhebung des Kriegsrechts, kämpfen Studierende einer Eliteuniversität darum, ihr Leben nach eigenen Überzeugungen entwerfen zu können. Doch wie kann so ein Leben tatsächlich aussehen? Begriffe von Freiheit, Liebe und dem Leben müssen für sie neu definiert werden. Teil dieser Gruppe von eigensinnigen Außenseitern ist Lazi, die sich in ihre ältere Kommilitonin Shui Ling verliebt und sich zunächst den Gefühlen verweigert, bis sie zur Obsession werden. Ihre Gedanken und Emotionen verarbeitet Lazi in einer Collage von Texten. Mal verfasst sie Tagebucheinträge, mal Gedichte oder Parabeln von Krokodilen, die sich mit menschlicher Kleidung verhüllen, um in der Öffentlichkeit nicht aufzufallen, und eine Vorliebe für Windbeutel und Pelze hegen. Voller Humor und Tiefgang erzählt Lazi von den Höhen einer neuen Liebe und dem Leid, das sie durch Homophobie, Frauenfeindlichkeit und klassische Geschlechterrollen erfährt. Somit greift Aufzeichnungen eines Krokodils einer Debatte über queere Identitäten und Repräsentation vor, die fast dreißig Jahre nach dem Erscheinen des Buches aktueller ist denn je.

QIU MIAOJIN (1969-1995) studierte in Taipeh und ging für ein weiterführendes Studium der Klinischen Psychologie nach Paris, wo sie (u.a. bei Hélène Cixous) auch Gender Studies studierte, daneben schrieb sie und filmte. 1995 beging sie mit nur 26 Jahren Selbstmord. Die junge Autorin, die für ihre Kunst und ihre sexuelle Orientierung starb, aber für die Hoffnung und die Liebe lebte, avancierte durch ihre posthum veröffentlichten Romane zur LGBTQ*­Ikone. Heute wird sie darüber hinaus als eine visionäre Schriftstellerin der Moderne wiederentdeckt und literarisch gewürdigt. Qiu Miaojin schrieb, wie sie lebte: ohne Kompromisse.