DAS SPÄTE GESTÄNDNIS DES TRISTAN SADLER von JOHN BOYNE

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DAS SPÄTE GESTÄNDNIS DES TRISTAN SADLER von JOHN BOYNE

DAS SPÄTE GESTÄNDNIS DES TRISTAN SADLER von JOHN BOYNE

>> Piper, München 2014
Originalausgabe: THE ABSOLUTIST, Doubleday, London 2011
Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence
Taschenbuch, 333 Seiten


Erlkoenig sagt:

Mit den ersten Sätzen versetzt uns John Boyne in die „gute alte Zeit“ Englands: Ein junger Mann smalltalkt im gemütlichen Zuckelzug nach Norwich mit einer altjüngferlichen Krimischriftstellerin und bezieht ein Zimmer in einem leicht heruntergekommenen Hotel. Wohlig-nostalgisch, man kennt das. Wird gleich ein Mord passieren? Das gemietete Zimmer ist nicht bezugsfertig, Dinge sind dort vorgefallen, die unaussprechlich scheinen...

Der Ire John Boyne, vor wenigen Jahren mit seinem Roman „Der Junge im gestreiften Pyjama“ zum Bestsellerautor aufgestiegen, setzt die altbekannten Methoden der Spannungserzeugung souverän ein; bis zur vielleicht erwartbaren, aber nicht minder herzzerreißenden Schlußpointe, die der (guten) deutschen Übersetzung den (völlig unpassenden) Titel gab. Nein, das „Geständnis“ des Tristan Sadler, den Boyle durchweg in der ersten Person erzählen läßt, ist nicht, dass er schwul ist. Das erfährt man recht früh, und fragt sich dann schon, warum der Verlag im Klappentext von „Kameraden“ schwafelt und von „Freundschaft und Vertrauen, dass sich die jungen Männer schenkten“, wo doch „Geliebter“ und „Liebe“ die richtigen Worte gewesen wären. Richtig: "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" ist eine schwule Liebesgeschichte. Allerdings spielt sie vor fast 100 Jahren, und sie spielt im 1. Weltkrieg. Wer eine Romanze mit Happy End erwartet, wird also nicht fündig. Tristan und Will sind grade mal 18, als sie sich im Ausbildungslager für Kriegsfreiwillige das erste Mal begegnen. Der stupide Drill, die Austreibung jeder menschlichen Regung, beginnt hier. Und an der Front wird die Barbarei des täglichen Tötens, der sinnentleerten Grausamkeiten des Krieges dann immer mehr zum Mahlstrom, dem sich alles - auch die Liebe von Tristan und Will - unterordnen muss. Im Herbst 1919, zum Zeitpunkt, an dem die Anfangsszene spielt, ist Tristan gerade 21. Seine Jugend aber, physisch und psychisch, ist lange vorbei. In Norwich trifft er sich mit Wills Schwester Marian, übergibt ihr ein Bündel Briefe ihres Bruders, der der Krieg nicht überlebt hat.
Spannend, aufwühlend und schmerzhaft: John Boyne ist ein großer Wurf gelungen!
(to)



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