DER KUSS DER SPINNENFRAU von MANUEL PUIG

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DER KUSS DER SPINNENFRAU von MANUEL PUIG

DER KUSS DER SPINNENFRAU von MANUEL PUIG

>> Suhrkamp (st), Berlin 2012
Originalausgabe: El Beso de la mujer araña, Seix Barral, Barcelona 1976
Aus dem Spanischen von Anneliese Botond
Taschenbuch, 304 Seiten

Verlagstext:

Zwei Häftlinge, Zellengenossen, haben einen Zeitvertreib für die langweiligen Abende gefunden: Molina, der wegen Päderastie zu acht Jahren Gefängnis verurteilt ist, erzählt dem aufgrund linksextremer Aktivitäten inhaftierten Valentín Arregui in aller Ausführlichkeit alte Hollywood- und Ufafilme.
Als Arregui medikamentös verdorbenes Essen erhält, das seinen physischen und moralischen Widerstand brechen soll, pflegt ihn Molina.
Mit zunehmender körperlicher Schwäche verringert sich Valentíns Unvermögen, Dienste anzunehmen, die eigene Abhängigkeit anzuerkennen, Angst zu verraten, dankbar zu sein. Er begreift, daß Molina ihn liebt, und gibt dieser Liebe Antwort.
Puig hat sich in diesem fast nur in direkter Rede geschriebenen Roman zwei Themen gestellt. Er schildert Terror und Willkür der Polizei (der Roman war in Argentinien verboten und führte zu Puigs Ausweisung) und gibt eine durch ausführliche wissenschaftliche Fußnoten unterstützte konkrete Darstellung homosexueller Liebe. Ohne den "klassischen" Helden, den Revolutionär, zu schmälern, macht Puig deutlich, daß er eine zweite, menschlichere Art des Heldentums schätzt, ein nicht der abstrakten Idee, sondern dem konkreten Mitmenschen geltendes äußerstes Opfer.

Erlkoenig sagt: Grandioses Buch, auch oder gerade heute eine wirkliche Leseempfehlung!

Kleine, aber bezeichnende "Fussnote": Der Verlag spricht in seinem Klappentext (siehe oben) von "Päderastie", auf Wikipedia wird Molina zum "Transsexuellen", was natürlich beides Unsinn ist. Das eine geht auf die lange verbreitete südeuropäische Sprachregelung zurück, Homosexuelle ganz allgemein als "Päderasten" zu bezeichnen (und zu bestrafen), das andere auf die Bereitschaft Molinas, aus Liebe sogar das Geschlecht zu wechseln - was ihn noch lange nicht "transsexuell" macht!
Das "emanzipatorische" an der Figur Molina ist aber gerade, das er weder ein Päderast noch ein Transsexueller ist, auch nicht einfach ein "Schwuler": Er ist eine Tunte! - eine heldenhafte dazu! Und das ist auch einige Jahrzehnte später wohl für die meisten eine Irritation... Wir sagen dazu: "Bravo, Manuela!" :-)



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