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DICHTER IN NEW YORK / POETA EN NUEVA YORK von FEDERICO GARCÍA LORCA

Art.Nr.: 26447

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Produktbeschreibung

fünf Sterne  ERLKOENIGS LIEBLINGSBÜCHER

>> Suhrkamp, (Bibliothek Suhrkamp), Frankfurt/Main 2005
Aus dem Spanischen übersetzt und mit einem Nachwort von Martin von Koppenfels (Erstauflage dieser Ausgabe/Übersetzung: Suhrkamp, 2000)
[Erste deutschsprachige Ausgabe in der Übersetzung von Enrique Beck: Insel Verlag, Wiesbaden 1963
Originalausgabe(n): W.W. Norton (spanisch und englisch, New York) und Séneca (Ciudad de México), Mai bzw. Juni 1940]
Hardcover, 270 Seiten


Zweisprachige Ausgabe Spanisch/Deutsch

Erlkoenig sagt:


Sommer 1929: García Lorca ist 30 Jahre alt, seine "Zigeunerromanzen" sind in Spanien ein überwältigender Erfolg, und er ist todunglücklich: Salvador Dalí entzieht sich seinem Werben um körperliche Nähe, verspottet sein Werk zusammen mit Luis Buñuel als altmodisch und kitschig, und ein junger Mann, in den er sich verliebt hat, nimmt sich eine Freundin...
Irgendwas zwischen "Auszeit" und Flucht ist es also, was Lorca dazu bringt, sich an der Columbia University einzuschreiben und das idyllisch-ländliche Zuhause vor den Toren Granadas einzutauschen gegen den Moloch New York, mitten im Chaos der Weltwirtschaftskrise.
Lärm, Hektik, Enge, Armut, Rassismus - und das völlige Fehlen der geliebten Natur: die Megastadt ist für Lorca der Albtraum schlechthin.
Aber es gibt auch die andere Seite: Nur wenige Strassen ist es bis zum Park, in dem sich abspielt, was wir heute "gay cruising" nennen würden. Und auch sonst hat Harlem an homosexueller Subkultur einiges zu bieten. Für den bisher nur "heimlich schwulen" Dichter aus dem reaktionär-katholischen Spanien eine völlig neue Erfahrung...

Knapp 9 Monate ist Lorca in New York - ein kurzer Aufenthalt auf Kuba schliesst sich an - und als er zurück in Spanien ist, hat er ein "Reisebuch in Gedichten" dabei, oder, wie Lorca selbst sagt: "Lyrik zum Sich-die-Pulsadern-aufschneiden".
Romantische Volksdichtung ist das nun wahrlich nicht mehr: Das sind pechschwarze Gesänge voller surrealistischer Metaphern, leidenschaftliche Plädoyers gegen Ausbeutung und Rassismus, erotische Bekenntnisse von wilder und schmerzender Intensität - und eindeutig auch ein Coming-out als "schwuler Autor".

Veröffentlicht wird der Gedichtzyklus nicht: Lorca selbst arbeitet jahrelang an neuen Versionen, streicht, fügt hinzu, ändert die Zusammenstellung - und ist erst 1936 so zufrieden, dass eine Publikation unmittelbar bevorzustehen scheint...
Doch jetzt beginnt der spanische Bürgerkrieg. Lorcas Heimat Granada gehört zu den ersten Städten, die die Rechten überrennen. Und die haben eine Rechnung offen mit dem effeminierten Bürgersöhnchen mit der "linken" Einstellung: Am 19. August 1936 wird García Lorca von einem Milizkommando der faschistischen Falange "hingerichtet". Einer der Mörder brüstet sich später, er habe der Schwuchtel noch extra "drei Kugeln in den Arsch" verpasst...

"Poeta en Nueva York" erscheint 1940 - in unterschiedlichen Versionen zeitgleich in einem mexikanischen Exilverlag und in New York. In Deutschland erscheint das Buch 1963 - in der Übersetzung von Enrique Beck, dessen Hang zur verkitscht-verfälschenden "Eigendichtung" hier besonders fatal auffällt.
1997 findet sich in Mexico ein lange verschollen geglaubtes Manuskript, das sozusagen "letzter Hand" die von Lorca beabsichtigte Fassung darstellt. Anlass für den deutschen Verlag (Suhrkamp), diese von Martin von Koppenfels nun neu (und grandios!) übersetzte Version zu veröffentlichen.
Dafür sagen wir noch heute "Danke!