Produktbeschreibung

ERLKOENIGS LIEBLINGSBÜCHER
Jeroch Verlag, Berlin 2018 [Die (sehr viel weniger umfangreiche) Urversion der "Missis Jö" erschein 2013 bei Edition Tiamat, Berlin]
Hardcover, 655 Seiten
Verlagstext:
Es mangelt an Geld für die Miete, es mangelt an Kaffee, also übernimmt Pierre de Mon die Urlaubsvertretung des Postboten Werner Sonnenbein und schlittert hinein in die Welt der Missis Jö, ihrer Familie und ihrer eigenwilligen Freunde. Da gibt es einen Sohn, der keine Kleidung mag, aber Wölfe, und eine Mutter, die im Küchenschrank wohnt. Der Alltag wird zum Wunderland, erzählt seine Geheimnisse, deren Lockungen Pierre schon bald verfällt. Immer tiefer reißt es ihn hinein in die Strudel des Besonderen, bis auch er versteht, dass er schon immer ein anderer war.
Kändler, Friedhelm: geboren zur Jahrhundertmitte, ordentlich studiert mit zwei Staatsexamen, zu Jugendzeiten bis dreißig unterwegs als Erwachsenenbildner, Krankenhausgärtner und Telefonist, dann selbständig als Dichter, Liedautor und Bühnenkünstler, mehrfacher Preisträger, Begründer des WoWo als Frage auf die Antwort des Dada.
Lebt derzeit im Kleinstädtischen, noch immer unverheiratet, zudem verwaist und kinderlos, aber mit Büchern. Bei letzter Anfrage gab er an, durchaus zufrieden zurückblicken zu dürfen, und auch nach vorne hin gäbe es noch Worte.
Erlkoenig sagt
Nein: Sogar der Vertreter konnte mit der Ankündigung des Verlags nicht viel anfangen. Aber manchmal muss man einfach mutig sein und bestellen, auch wenn der innere "Einkaufsberater" ganz laut "Nein! Nicht relevant und dazu sicher unverkäuflich!" sagt. (Der Kerl ist sowieso ein Arschloch, aber leider hat er oft genug recht: ABER DIESMAL NICHT! ...
Erst mal gucken was der Verlag sagt:
"Ist das Kaffeepulver aufgebraucht und im Kühlschrank findet sich nur noch Knäckebrot, nehmen auch Diplompädagogen Aushilfsarbeiten an. Pierre de Mon trägt Briefe aus, als Urlaubsvertretung. Er wird gewarnt, vor einer Missis Jö. Sie sei unberechenbar. Im Weiteren gäbe es einen eigenwilligen Sohn und einen Schrank, in den die Mutter der Missis Jö verräumt sei.
Schon bald wirbelt die Begegnung mit Missis Jö Pierres Leben durcheinander. Er lernt eine kleine, lebhafte Frau kennen, die einen großartigen Kaffee kocht und sich zum Zusammenbau eines Puzzles Topflappen anzieht, um den Schwierigkeitsgrad zu steigern. Die Vermutung, dass es sich bei Missis Jö um eine Art Hexe handelt, scheint haltlos."
Okay, man soll nicht alles verraten. Aber HIER muss natürlich verraten werden, dass Pierre de Mon ein Junggeselle ist. Also ein notorischer Junggeselle. Sie verstehen?
Und Missis Jös Sohn Thimie (noch minderjährig, er wird erst in drei Monaten achtzehn) mag keine Kleidung, ist sehr mondaffin und redet mit Wölfen. Ein Werwolf, schliesst man messerscharf. Ein asexueller allerdings ("aber angucken und streicheln ist erlaubt") - und trotzdem werden Pierre und Thimie bald sowas wie ein Paar...
Genug verraten. <br>
Fazit: Kändler ist mit "Missis Jö" ein gar wunderliches Märchen gelungen, irgendwo auf halber Strecke zwischen "Alice im Wunderland" und Max Goldt, ein bisschen "Der kleine Prinz" ist drin, auch ein bisschen Loriot. Und "verzaubert" ist das Ganze sowieso: von mir aus kann man´s auch "queer" nennen..
Man weiss nicht, ob man lachen soll oder gerührt sein, oder einfach NOCH eine Stelle anstreichen zum auswändig lernen. Zu-und-zuuu-Schön!!
(Thomas Ott)
