DR. SEX von T. C. BOYLE

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DR. SEX von T. C. BOYLE

DR. SEX von T. C. BOYLE

>> Hanser, München 2005
Originalausgabe: THE INNER CIRCLE, Viking Press, New York 2004
Übersetzt aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren
Hardcover, 472 Seiten


Verlagstext:

Es ist das Jahr 1939, und auf dem Campus der Universität Indiana ist eine Revolution ausgebrochen. Alfred Kinsey, Zoologe, beschäftigt sich mit dem sexuellen Verhalten von Männern und Frauen - rein empirisch natürlich. John Milk, Student und ehrgeiziger Provinzler, gerät in seinen Bann und in seinen engsten Forscherkreis. T. C. Boyle erzählt die Geschichte eines genialen, fanatischen Helden und porträtiert dabei die prüde und heuchlerische Gesellschaft des Amerikas der vierziger und fünfziger Jahre.

Erlkoenig sagt:

Indiana, Ende der dreißiger Jahre: Der etwas schüchterne Student John Milk besucht die berühmt-berüchtigten Vorlesungen eines Prof. Kinsey zum Thema „Ehehygiene“ und ist so fasziniert, dass er bald zum engsten Mitarbeiter von „Prok“ wird. Der arbeitet nämlich an einer bahnbrechenden Studie über das menschliche Sexualverhalten und braucht Interviewer für die Tausende von Befragungen, die dafür durchgeführt werden sollen. John wird aber nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Geliebter Kinseys, denn der Forscher „lebt“ seine Thesen von freier Sexualität auch aus: Homo- und Bisexualität, Gruppensex, Partnertausch - alles wird praktiziert - und für Kinsey ist jeder und jede in seinem Umfeld zugleich auch Forschungsobjekt. Die Probleme, die sich für andere Menschen aus dieser Haltung ergeben, nimmt „Prok“ nicht einmal wahr...
Boyle zeigt uns in seiner fiktiven Romanbiografie Alfred Kinsey als einen wissenschaftlichen Pionier mit immenser persönlicher Ausstrahlung, aber auch als skrupellosen Manipulator, der sein Denken jedem aufzwingt, mit dem er zu tun hat. Keine „Heiligenverehrung“ also, sondern ein spannendes Porträt eines faszinierenden, aber auch widersprüchlichen Genies.

Nur: Ist es wirklich wahr, dass Boyle hier „die prüde und heuchlerische Gesellschaft des Amerikas der vierziger und fünfziger Jahre porträtiert“, wie viele Rezensenten schreiben? Und stimmt es, dass „die Tabus, die Kinsey damals reihenweise brach, heutzutage eher umgekehrt die Einstiegsschwelle etwa für Talkgäste in dusseligen Nachmittagsshows“ darstellen? Man stelle sich einmal vor, heute käme jemand auf die Idee, Kinseys Forschungen zu wiederholen. Ein solches Unterfangen brächte jeden Beteiligten unweigerlich in den Knast - und zwar für ziemlich lange Zeit...