Produktbeschreibung
Selbstverlag , Berlin 2013
Katalog zu einer Ausstellung im Museum Junge Kunst, Frankfurt/Oder
Hardcover, 22,5 x 28,5 cm, Farbe, 68 Seiten
Inhalt:
Die Arbeiten von Georg Weise berühren mich in einer Form, die ich trotz der Vielfalt an zeitgenössischer Kunst in Museen und Galerien, auf Messen sowie in den Medien nur äußerst selten finden konnte. In unserer Zeit der Postmoderne, wo Kunst im besten Falle technisch brillant doch zugleich meist unterkühlt und seelenlos geworden ist, trifft ersteres auch auf seine Bilder, Zeichnungen und Plastiken zu, denn auch sie sind gestalterisch perfekt. Letzteres aber, die Sichtbarmachung von psychisch mentalen Prozessen, wie z. B. von Freude, Schmerz, Trauer, Hilflosigkeit, wie pubertierender Unbeholfenheit, die im postmodernen Schaffen so gut wie nicht mehr anzutreffen sind, bestimmen hier das Bildgeschehen. Doch ob es sich nun um ein Einzelwerk handelt oder eine Folge, um Landschaften, mit dominierendem Himmel, der von Masten zerschnitten wird oder die Vergänglichkeit von Teerblumen, um androgyne Torsi oder Brust-, Hüft- und Kniestücke seiner Knaben und jungen Männer auf der Schwelle zum Erwachsen werden, sie alle sind von poetisch zerbrechlicher Subtilität ebenso durchdrungen, wie von dem Bewusstsein, noch auf der Suche nach dem eigenen Selbst und dem hierfür angemessenen Platz in der Welt zu sein. Dieser Behauptungswille, sowie die reflektierende Nachdenklichkeit der Dargestellten, das empfundene Ausgesetzt- und Unbehaustsein des Einzelnen, dass sich mit der Sehnsucht nach Geborgenheit paart, bestimmt die fast postromantisch zu nennende Stimmung auf zahlreichen seiner Arbeiten, die jedoch niemals ins Sentimentale abgleitet. Dass diese künstlerischen Anmutungen uns einerseits berühren, uns andererseits aber wie in einer längst vergangenen Zeit beheimatet vorkommen, mag auch daran liegen, dass sie uns durchaus vertraut waren und sind. Doch durch den medial bestimmten Zeitgeist, mit seinem lauten und schnellen Wechsel von verbalen und optischen Banalitäten, der weder das Auge noch den Geist zur Besinnungen kommen lässt, wird dieses existentielle Erleben permanent überdeckt. Auf diese Scheinwirklichkeit reagiert der Künstler mit einem gestalterisch ästhetischen Gegenprogramm. Dieses wird durch Entschleunigung und Konzentration bestimmt, welche sich mit der Anmut wie der fragilen Schönheit seiner Figuren und Gründe paaren und den Betrachter zum Dialog mit der eigenen Befindlichkeit und Stellung in und zu der Welt immer wieder von neuem herauszufordern verstehen.
Prof. Dr. Brigitte Rieger- Jähner
Katalog zu einer Ausstellung im Museum Junge Kunst, Frankfurt/Oder
Hardcover, 22,5 x 28,5 cm, Farbe, 68 Seiten
Inhalt:
Die Arbeiten von Georg Weise berühren mich in einer Form, die ich trotz der Vielfalt an zeitgenössischer Kunst in Museen und Galerien, auf Messen sowie in den Medien nur äußerst selten finden konnte. In unserer Zeit der Postmoderne, wo Kunst im besten Falle technisch brillant doch zugleich meist unterkühlt und seelenlos geworden ist, trifft ersteres auch auf seine Bilder, Zeichnungen und Plastiken zu, denn auch sie sind gestalterisch perfekt. Letzteres aber, die Sichtbarmachung von psychisch mentalen Prozessen, wie z. B. von Freude, Schmerz, Trauer, Hilflosigkeit, wie pubertierender Unbeholfenheit, die im postmodernen Schaffen so gut wie nicht mehr anzutreffen sind, bestimmen hier das Bildgeschehen. Doch ob es sich nun um ein Einzelwerk handelt oder eine Folge, um Landschaften, mit dominierendem Himmel, der von Masten zerschnitten wird oder die Vergänglichkeit von Teerblumen, um androgyne Torsi oder Brust-, Hüft- und Kniestücke seiner Knaben und jungen Männer auf der Schwelle zum Erwachsen werden, sie alle sind von poetisch zerbrechlicher Subtilität ebenso durchdrungen, wie von dem Bewusstsein, noch auf der Suche nach dem eigenen Selbst und dem hierfür angemessenen Platz in der Welt zu sein. Dieser Behauptungswille, sowie die reflektierende Nachdenklichkeit der Dargestellten, das empfundene Ausgesetzt- und Unbehaustsein des Einzelnen, dass sich mit der Sehnsucht nach Geborgenheit paart, bestimmt die fast postromantisch zu nennende Stimmung auf zahlreichen seiner Arbeiten, die jedoch niemals ins Sentimentale abgleitet. Dass diese künstlerischen Anmutungen uns einerseits berühren, uns andererseits aber wie in einer längst vergangenen Zeit beheimatet vorkommen, mag auch daran liegen, dass sie uns durchaus vertraut waren und sind. Doch durch den medial bestimmten Zeitgeist, mit seinem lauten und schnellen Wechsel von verbalen und optischen Banalitäten, der weder das Auge noch den Geist zur Besinnungen kommen lässt, wird dieses existentielle Erleben permanent überdeckt. Auf diese Scheinwirklichkeit reagiert der Künstler mit einem gestalterisch ästhetischen Gegenprogramm. Dieses wird durch Entschleunigung und Konzentration bestimmt, welche sich mit der Anmut wie der fragilen Schönheit seiner Figuren und Gründe paaren und den Betrachter zum Dialog mit der eigenen Befindlichkeit und Stellung in und zu der Welt immer wieder von neuem herauszufordern verstehen.
Prof. Dr. Brigitte Rieger- Jähner
