HOTEL DE DREAM von EDMUND WHITE

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HOTEL DE DREAM von EDMUND WHITE

HOTEL DE DREAM von EDMUND WHITE

fünf Sterne  ERLKOENIGS LIEBLINGSBÜCHER

>> Männerschwarm Verlag, Hamburg 2015
Originalausgabe: HOTEL DE DREAM, New York 2009
Aus dem Amerikanischen von Joachim Bartholomae
Hardcover, 231 Seiten


"Als ich vierzig Seiten am Buch über den Hurenjungen geschrieben hatte, las Garland das Manuskript und sagte voller Feierlichkeit mit dieser Stimme, die Stahl durchschneiden konnte, "Das ist das Beste, was du je geschrieben hast, und wenn du es nicht zerreißt, Seite für Seite, ist deine Karriere beendet. Du musst sie gleich hier ins Feuer werfen"

Verlagstext:


Im Zentrum des Romans steht der Autor Stephen Crane, eine Art "James Dean" der amerikanischen Literatur Ende des 19. Jhdts. Sein kraftvoller Naturalismus respektierte keine Tabus, weder in der Literatur noch im Leben: Wegen seiner Liaison mit einer Prostituierten musste er Amerika verlassen. Im fernen England, im Endstadium der Tuberkulose, diktiert er seinen letzten Roman: die Geschichte Elliotts, eines Straßenjungen aus New York. In diesem fiktiven Roman inszeniert Edmund White eine faszinierende homosexuelle Unterwelt des prüde-puritanischen Amerika. White lässt zudem Henry James Joseph Conrad und andere Persönlichkeiten der Geschichte an Cranes Krankenbett erscheinen, ihre Porträts sind kleine Meisterwerke voller Liebe und Bosheit.

Seit den 1970er Jahren hat sich White immer wieder in die Tabuzonen der Literatur begeben, und anscheinend hat es ihn gereizt, den Gegensatz zwischen Etablierten und Außenseitern der Literatur einmal literarisch in Szene zu setzen. Dafür bedient er sich realer Figuren: sein "junger Wilder" ist der reale Autor Stephen Crane, der mit "Maggie - a girl of the streets" ein naturalistisches Porträt eines Straßenmädchens geschrieben hat. Diesem Crane, einem ganz und gar heterosexuellen Mann, dichtet White ein außerordentliches Buchprojekt an: die Geschichte eines Straßenjungen. Nach Cranes Tod erkennt der ebenso fiktive Henry James, den die Witwe um Unterstützung gebeten hat, dass dieses Buch nie gedruckt werden darf: er wirft es in den Kamin.

Dabei ist Whites Stephen Crane weit davon entfernt, Werbung für Schwule machen zu wollen. Er selbst lebt mit einer ehemaligen Prostituierten zusammen, weshalb er Amerika verlassen und sich in England niedergelassen hat. Aber Straßenjungen sind nun einmal Facetten des Alltagslebens, genau wie die vielen anderen kleinen Themen, über die er in seiner wöchentlichen Kolumne berichtet. Crane (die Romanfigur genauso wie die reale Vorlahe) verhält sich wie ein guter Journalist: er legt Zeugnis ab über die Realität, egal, was er davon hält.

Vor einigen Jahren war Whites fiktiver Crane "tatsächlich" einem Straßenjungen begegnet, der halb verhungert in seinen Armen in Ohnmacht fiel; diesem Elliott will er auf dem Sterbebett, als es sozusagen "nicht mehr drauf ankommt", ein Denkmal setzen - meilenweit entfernt von den hochgestochenen Ambitionen der Kollegen James, Conrad oder Wells, aber eben auch sehr viel besser! In Cranes Roman verliebt sich Theodore in den kleinen Elliott, ein ganz normaler Bankangestellter, der selbst nicht begreift, was ihm da widerfährt. Er mietet ein Zimmer, in dem die beiden sich treffen, und bringt Elliott schließlich sogar zu einem Bildhauer, der ihn in Marmor verewigen soll. Dort geraten sie dummerweise in Konflikt mit einem Unterweltboss, mehr soll nicht verraten werden. Die Liebesgeschichte zwischen Theodore und Elliott gehört sicher zum Schönsten, was White je geschrieben hat: Keine wilde Liebe zwischen glücklichen Schönheiten, sondern zwei Menschen in Not, die in der Welt hin und hergeschubst werden und sich aneinander festzuhalten versuchen. Dabei gelingt es White, die "reale" Freundschaft Cranes und Elliotts parallel zur Romanhandlung über Theodore und Elliott zu erzählen - und währenddessen haucht der Autor Crane im letzten Stadium der TB buchstäblich die Seele aus. Aber keine Angst: das Setting der Rahmenhandlung über den sterbenden Crane lässt keine kitschige Sentimentalität aufkommen, ganz im Gegenteil.

"Hotel de Dream" ist vieles auf einmal: historischer Roman über die Literaten-Szene in New York, historischer Roman über die New Yorker Schwulenszene am Ende des 19. Jhdts., schließlich ein großer Liebesroman, garniert mit wunderbaren Kabinettstückchen über literarische Größen wie Henry James, Joseph Conrad oder H.G. Wells - nach Colm Toibins würdevollen "The Master" erlaubt sich White eine ziemlich tuntige Persiflage auf den berühmten James. Zwischendurch verblüfft White die Leser mit Informationen wie der, Großbritannien habe während des Burenkriegs die Aufständischen nach St. Helena deportiert, wo sie außerhalb des englischen Rechtssystems waren - ein Schelm, wer da an Guantanamo denkt!

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