KÖNIGSALLEE von HANS PLESCHINSKI

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KÖNIGSALLEE von HANS PLESCHINSKI

KÖNIGSALLEE von HANS PLESCHINSKI

>> C.H. Beck, München 2013
Hardcover mit Schutzumschlag, 393 Seiten

Verlagstext:

Sommer 1954: Thomas Mann kommt zusammen mit seiner Frau Katia nach Düsseldorf, um aus dem "Felix Krull" zu lesen, der sich zum Bestseller entwickelt. Im selben Hotel, dem "Breidenbacher Hof", ist gleichzeitig Klaus Heuser, auf Heimaturlaub aus Asien, mit seinem Freund Anwar abgestiegen, ein Zufall, der es in sich hat. Denn Klaus Heuser, den er 1927 kennengelernt hatte, gehört zu Thomas Manns großen Lieben. Nun sorgt die mögliche Begegnung der beiden für größte Unruhe, zusätzlich zu dem Aufruhr, den der Besuch des ins Exil gegangenen Schriftstellers im Nachkriegs-Deutschland ohnehin auslöst. Erika Mann mischt sich ein, Golo Mann und Ernst Bertram verfolgen ihre eigenen Ziele, und die Honoratioren der Stadt ringen um Haltung. (...)
Anschaulich und dezent, auf der Folie realer Vorkommnisse und bisher unbekannter Dokumente, dabei mit einem Anklang an "Lotte in Weimar", lebendig und kenntnisreich, atmosphärisch und voll sprechender Details und unvergesslicher Figuren erzählt Hans Pleschinski in diesem großen Roman von Liebe, Verantwortung und Literatur – und von den 50er-Jahren in Deutschland.

Erlkoenig sagt
Wer Breloers wunderbare Familiensaga „Die Manns“ gesehen hat, dem wird die Szene am Sylter Strand unvergesslich bleiben: Thomas Mann verguckt sich Hals-über-Kopf in den Jüngling Klaus Heuser - seinerzeit 17 blonde Jahre alt, und Ehefrau Katia beobachtet das mit einer unglaublichen Mischung aus Verständnis, Amüsement und Sorge.
Thomas Mann selbst schreibt etliche Jahre später in senen Tagebüchern:
„Las lange in alten Tagebüchern aus der Klaus-Heuser-Zeit, da ich ein glücklicher Liebhaber. Das Schönste und Rührendste der Abschied in München, als ich zum erstenmal ‚den Sprung ins Traumhafte‘ tat und seine Schläfe an meine lehnte. Nun ja – gelebt und geliebet. Schwarze Augen, die Tränen vergossen für mich, geliebte Lippen, die ich küßte – es war da, auch ich hatte es, ich werd es mir sagen können, wenn ich sterbe.“
Oh! Mein!! Gott!!! So traurig. So lächerlich. So unschuldig. Und so schön!

Es liegt also schon sehr nahe, diese „Liebe“ als Folie für einen Roman zu nutzen, der den unzähligen „Familie-Mann“-Deutungen eine weitere Facette hinzufügt. Pleschinski lässt also die beiden „Liebenden“ 27 Jahre später noch einmal aufeinander los und spielt dabei mit einer beeindruckenden Mischung aus Motiven: Deutschland in den 50er Jahren, miefig und rückwärtsgewandt, viele alte Nazis noch/wieder in Amt und Würden. Der greise Thomas Mann als Repräsentant des „besseren Deutschland“, von den einen als Säulenheiliger verehrt, von den anderen als Vaterlandsverräter diffamiert. Der einst wie „Tadzio“ begehrte Jüngling Klaus Heuser nicht als Gegenstand sublimierter ephebophiler Schmachterei, sondern als gestandener homosexueller(!) Mann, nebst „Gatten“. Und dann die Familie Mann selbst, als Panoptikum mehr oder weniger gestörter Individuen. Und Pleschinski baut noch diverse Meta-Ebenen mit ein, indem er seine Königsallee vielfältigst mit Motiven aus Büchern von Thomas Mann vernetzt - was allerdings nur wirkt, wenn man „Lotte in Weimar“ und vieles andere innerlich parat hat...
Darf man das als Autor? Ist das nicht ein bisschen Leichenfledderei? Man darf, finde ich. Aber Leichenfledderei ist es trotzdem. Pleschinski kann schreiben, keine Frage. Dass sich die Kritiken weitgehend in Lobeshymnen überbieten, ist kein Wunder. Ein leichtes bis mittleres Unbehagen stellt sich bei mir trotzdem ein ob all dieser (allzu?) raffinierten, historisch und literarisch (allzu?) kenntnisreichen „Variationen über ein Thema aus der Familie Mann“...
Fazit: gekonnt, aber ein bisschen zwiespältig!

Hans Pleschinski liest aus "Königsallee"
Video © >> www.zehnseiten.de

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