Hersteller: Insel Verlag

SCHEINTOD von EVA DEMSKI

Art.Nr.: 25437

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Produktbeschreibung

NEUAUSGABE ZUM 75. GEBURTSTAG DER AUTORIN

>> Insel Verlag, Berlin 2020
Erstausgabe: Hanser, München 1984
Hardcover, 419 Seiten


Verlagstext:

Frankfurt am Main 1974. Ein Anwalt wird tot in seiner Kanzlei aufgefunden. Die Umstände seines Todes sind ungeklärt. Die Polizei ermittelt: Er war Anwalt der linken Szene, zu seiner Klientel gehörten RAF-Mitglieder, Rocker, Junkies und Strichjungen. Seine Frau, die seit drei Jahren von ihm getrennt lebt, beginnt, sich noch einmal mit ihm auseinanderzusetzen: mit seiner Arbeit, seinem Leben – und ihrer Liebe. Was weiß sie eigentlich von diesem Mann, den sie einmal geliebt hat, der ihr so vertraut war? Bald gerät die Witwe selbst ins Visier der polizeilichen Ermittlungen, wird der Mitwisserschaft an politischen Aktivitäten verdächtigt, während sie verschlüsselte Botschaften aus dem politischen Untergrund erhält. Um zu begreifen, sucht sie seine Kollegen auf, Mandanten aus der Halbwelt, Genossen und ehemalige Revolutionäre und kehrt in dunklen Spelunken ein. Immer tiefer wird sie in ein verborgenes Leben des Toten hineingezogen, der ihr gleichzeitig immer fremder wird.

Scheintod ist der Roman einer Liebe zu Zeiten großer politischer Unruhen. Eva Demski erzählt unsentimental, doch mit feinem Gespür von einer Frau, die vor die Herausforderung gestellt wird, ein Leben im Tod zu ergründen und dabei Erinnerungen und Zweifel, Trauer und Verlust zu bewältigen.


Erlkoenig sagt:

Ein bisschen grenzwertig, Formulierungen wie "Mandanten aus der Halbwelt" oder "dunkle Spelunken". Eigentlich sollte man als Verlag im Jahre 2014 in der Lage sein, ein wenig offener und weniger reißerisch zu formulieren, worum es bei dem "verborgenen Leben" des verstorbenen Anwalts geht: Er war schwul! In der "schwulen Szene" (oder sagen wir jetzt wieder "Homosexuellenmilieu"?) verkehrte er unter dem Spitznamen "die Gräfin" und war bekannt für seinen exorbitanten Verschleiß junger Liebhaber und Stricher...

Eva Demskis Ehemann Reiner Demski, prominenter Anwalt der linken Szene (u.a. Verteidiger von Gudrun Ensslin) kam 1974 im Alter von 30 Jahren unter ebenfalls unklaren Umständen ums Leben. Und es ist offensichtlich, dass "Scheintod" keine fiktiven Personen schildert, sondern sich stark an wirklich Erlebtes und "echte" Ereignisse anlehnt...