Hersteller: Rowohlt

TAGEBÜCHER 1982-2001 von FRITZ J. RADDATZ

Art.Nr.: 14653

Hersteller: Rowohlt

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Produktbeschreibung

>> Rowohlt, Reinbek b. Hamburg 2012
Paperback, 944 Seiten


Verlagsinfo:

Ein Buch wie dieses hat es noch nicht gegeben. Von Augstein bis Marion Dönhoff, von Grass bis Enzensberger, von Hochhuth bis Kempowski zeigt es die deutschen Intellektuellen, ja überhaupt die ganze bundesrepublikanische Gesellschaft, wie sie so hellsichtig nie beschrieben worden ist: wahrgenommen mit dem Sensorium eines Hochempfindsamen, subjektiv und zutreffend, anteilnehmend, scharfzüngig. Das Buch, das von der Kritik immer erhofft, von den Schriftstellern aber nie geschrieben worden ist - der große Gesellschaftsroman der Bundesrepublik, das balzacsche Porträt unserer Zeit -, hier ist es.
Und vermutlich war niemand so geeignet, es zu schreiben, wie Fritz J. Raddatz. In Deutschland ist er der widersprüchlichste Intellektuelle seiner Generation: anziehend durch seinen Witz, distanzierend durch seinen Eigensinn, geistreich, gebildet, streitbar und umstritten - und immer, bei aller Geselligkeit, von einer Empfindung der Unzugehörigkeit bestimmt. Schon in den sechziger Jahren hat Erich Kuby über ihn gesagt, daß für so jemanden in Deutschland eigentlich kein Platz sei.
Kubys Urteil bestätigt sich im Lebensgefühl des Tagebuchschreibers. Raddatz zeigt sich hier unmaskiert, als hochmütiger Melancholiker und treuer Freund, als Hypochonder, Misanthrop, Zweifler. Das ist die Entstehensbedingung dieser Aufzeichnungen, die von Raddatz' letzten Jah­ren als Feuilletonchef der ZEIT bis zum Be­ginn des neuen Jahrhunderts reichen und im Fall der Mauer, in der deutschen Wiederverei­nigung ihren kontroversenreichen Mittelpunkt haben.

Erlkoenig sagt:


Christopher Schmidt schreibt in der Süddeutschen, Raddatz schreibe über "eine Epoche, die so fremd erscheint wie das Pleistozän und deren Protagonisten uns so fern sind wie Dinosaurier". Stimmt!
Was Raddatz da auf fast 1000 Seiten an Klatsch, Bösartigkeit, Scharfsichtigkeit und Hass (inklusive Selbsthass) ausbreitet über die deutsche "Intellektuellenszene", das macht Nicht-Eingeweihte fast sprachlos. Wenn Raddatz auch nur ein bisschen Recht hat, dann war (ist?) diese selbsternannte "geistige Elite" eine einzige Ansammlung von eitlen Angebern und Wichtigtuern mit einer gehörigen Portion Größenwahn. Raddatz selbst mittendrin, der grellste der Gecken, vielleicht nur "anders als die Anderen", weil ihm (weil er homosexuell ist?) besonders klar ist, wie schnell und tödlich man aus dem Olymp in die (Vor)-Hölle des "Nicht-mehr-Berühmtseins" hinabgestossen werden kann.