ZIFFER UND DIE SEINEN von BENNY ZIFFER
Art.Nr.: 13024
Hersteller: Männerschwarm
EUR 12,90
inkl. 7 % USt
Produktbeschreibung
>> Männerschwarm Verlag, Hamburg 2009
Originalausgabe: TZIFFER, U-VNEI MINO, Am Oved, Tel-Aviv 1999
Aus dem Hebräischen von Markus Lemke
Hardcover, 188 Seiten
Vergriffen
Restauflage, verlagsneu. Teilweise minimale Lagerspuren
Verlagstext:
Ziffer und Jo leben als schwules Paar in Tel Aviv. Abwechselnd beschreiben sie ihr Leben, das von Raketeneinschlägen geprägt ist wie auch von Ziffers Unsitte, neben das Klo zu pinkeln, von anstrengenden Elternbesuchen und Nazi-Alpträumen. Schließlich flüchten sie nach Berlin, in „diese zürnende Stadt“. Jo als Hausmann und Ziffer als Kulturmensch verkörpern das unverbundene Nebeneinander großer Ziele und trivialer Ärgernisse, mal schräge Satire, mal bitterer Ernst. Die Ereignisse sind turbulent und nicht immer ganz realistisch – Ziffer liebt es, die ausgetretenen Pfade der Erzählkunst zu verlassen. Große Oper!
die schwulen Buchläden:
Jo und Ziffer sind ein Paar. Da sie schwul sind und in Tel Aviv leben, hat das Ganze für den mitteleuropäischen Leser etwas Exotisches. Ganz und gar nicht exotisch ist allerdings ihr Alltag: Jo kümmert sich um den Haushalt, und wenn er nicht gerade putzt, kocht, wäscht oder Besorgungen macht sitzt er auf dem Balkon und liest ein Buch. Ziffer hingegen, der Mann im Haus, ist Schriftsteller, nicht sonderlich erfolgreich, und die Schnittstelle im Leben der Beiden ist (außer gelegentlichem Sex und Zoff) die Toilette: Ziffer ist nämlich bekennender Stehpinkler und Jo muss die ganze Sauerei hinterher aufwischen.
Autor Benny Ziffer (geb. 1953 in Tel Aviv, seit 1987 Literaturchef bei der Tageszeitung „Haaretz“) lässt Jo und „Ziffer“ dieses Leben abwechselnd erzählen und man ertappt sich als LeserIn permanent dabei, dies alles für bare Münze zu nehmen: die nervigen Besuche von Ziffers Eltern, den Ärger mit den Nachbarinnen, Jo’s Beziehungsfrust und darauf folgende Versöhnungsrituale, auch die Zeit mit Churi, einem in den Strassen herumlungernden jungen Araber, den die beiden schließlich sogar mit nach Berlin nehmen, wohin das Paar irgendwann zieht, um der homophoben Enge ihres Landes zu entkommen.
Doch weit gefehlt: Ziffer und die Seinen, bewusst an Isherwoods autobiographisches Buch über sein Leben in Berlin angelehnt, ist ein raffiniertes Konstrukt aus Tagebuchartigem, essayistischen oder dokumentarischen Einsprengseln wie „Zur Situation der Homosexuellen in Israel“ (einem Vortrag, den Ziffer in Berlin hält) „Der Hund als Homosexueller“ (zu Ehren von Churi, ihrem arabischen „Hund“) oder den drei Kapiteln aus Magnus Hirschfelds (erfundenem) Buch „Die Homosexuellen in Palästina (1933)“, das die Idee vermittelt, Hirschfeld habe sein Berliner Institut für Sexualforschung nach der Machtergreifung der Nazis in Jerusalem weiterführen können. So ist Ziffers kleiner Roman viel mehr als nur das, ein permanent satirisch gebrochener Text über das moderne Leben eines schwulen Paares aus Tel Aviv, den aktuellen wie den historischen Hintergrund reflektierend. Unterhaltung mit Tiefgang, ein Kleinod.
(Katalog "die schwulen Buchläden")
Originalausgabe: TZIFFER, U-VNEI MINO, Am Oved, Tel-Aviv 1999
Aus dem Hebräischen von Markus Lemke
Hardcover, 188 Seiten
Vergriffen
Restauflage, verlagsneu. Teilweise minimale Lagerspuren
Verlagstext:
Ziffer und Jo leben als schwules Paar in Tel Aviv. Abwechselnd beschreiben sie ihr Leben, das von Raketeneinschlägen geprägt ist wie auch von Ziffers Unsitte, neben das Klo zu pinkeln, von anstrengenden Elternbesuchen und Nazi-Alpträumen. Schließlich flüchten sie nach Berlin, in „diese zürnende Stadt“. Jo als Hausmann und Ziffer als Kulturmensch verkörpern das unverbundene Nebeneinander großer Ziele und trivialer Ärgernisse, mal schräge Satire, mal bitterer Ernst. Die Ereignisse sind turbulent und nicht immer ganz realistisch – Ziffer liebt es, die ausgetretenen Pfade der Erzählkunst zu verlassen. Große Oper!
die schwulen Buchläden:
Jo und Ziffer sind ein Paar. Da sie schwul sind und in Tel Aviv leben, hat das Ganze für den mitteleuropäischen Leser etwas Exotisches. Ganz und gar nicht exotisch ist allerdings ihr Alltag: Jo kümmert sich um den Haushalt, und wenn er nicht gerade putzt, kocht, wäscht oder Besorgungen macht sitzt er auf dem Balkon und liest ein Buch. Ziffer hingegen, der Mann im Haus, ist Schriftsteller, nicht sonderlich erfolgreich, und die Schnittstelle im Leben der Beiden ist (außer gelegentlichem Sex und Zoff) die Toilette: Ziffer ist nämlich bekennender Stehpinkler und Jo muss die ganze Sauerei hinterher aufwischen.
Autor Benny Ziffer (geb. 1953 in Tel Aviv, seit 1987 Literaturchef bei der Tageszeitung „Haaretz“) lässt Jo und „Ziffer“ dieses Leben abwechselnd erzählen und man ertappt sich als LeserIn permanent dabei, dies alles für bare Münze zu nehmen: die nervigen Besuche von Ziffers Eltern, den Ärger mit den Nachbarinnen, Jo’s Beziehungsfrust und darauf folgende Versöhnungsrituale, auch die Zeit mit Churi, einem in den Strassen herumlungernden jungen Araber, den die beiden schließlich sogar mit nach Berlin nehmen, wohin das Paar irgendwann zieht, um der homophoben Enge ihres Landes zu entkommen.
Doch weit gefehlt: Ziffer und die Seinen, bewusst an Isherwoods autobiographisches Buch über sein Leben in Berlin angelehnt, ist ein raffiniertes Konstrukt aus Tagebuchartigem, essayistischen oder dokumentarischen Einsprengseln wie „Zur Situation der Homosexuellen in Israel“ (einem Vortrag, den Ziffer in Berlin hält) „Der Hund als Homosexueller“ (zu Ehren von Churi, ihrem arabischen „Hund“) oder den drei Kapiteln aus Magnus Hirschfelds (erfundenem) Buch „Die Homosexuellen in Palästina (1933)“, das die Idee vermittelt, Hirschfeld habe sein Berliner Institut für Sexualforschung nach der Machtergreifung der Nazis in Jerusalem weiterführen können. So ist Ziffers kleiner Roman viel mehr als nur das, ein permanent satirisch gebrochener Text über das moderne Leben eines schwulen Paares aus Tel Aviv, den aktuellen wie den historischen Hintergrund reflektierend. Unterhaltung mit Tiefgang, ein Kleinod.
(Katalog "die schwulen Buchläden")