DER JUNGE, DEN ES NICHT GAB von SJÓN
Art.Nr.: 19072
Hersteller: Fischer Verlage S. Fischer
EUR 17,99
inkl. 7 % USt
Produktbeschreibung

ERLKOENIGS LIEBLINGSBÜCHER
>> S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main 2015
Originaltitel: MÁNASTEINN. DRENGURINN SEM ALDREI VAR TIL, JPV útgáta, Reykjávik 2013
Aus dem Islandischen von Betty Wahl
Hardcover mit Schutzumschlag, 150 Seiten
Verlagsinfo:
Island 1918: Die Spanische Grippe versehrt das Land, Vulkan Katla verdunkelt den Himmel und Island erhält endlich seine Unabhängigkeit. Zeiten des Aufruhrs und Aufbruchs. Mittendrin Máni Steinn: ohne Eltern, ohne Arbeit und zu allem Übel kann er weder lesen noch schreiben. Schlechte Voraussetzungen für einen jungen Mann in dieser Zeit. Aber Máni liebt das Kino und findet Rettung bei den Stummfilmen - und bei der schönen Sóla. Auf ihrem Motorrad entführt sie ihn aus der Dunkelheit und zeigt ihm, dass sich der Kampf lohnt, wenn man sich treu bleibt. In einer lyrischen, bildgewaltigen Sprache verwebt Sjón Historisches mit Phantastischem. Auch sein neuer Roman ist Weltliteratur.
Erlkoenig sagt:
Mal wieder ein Klappentext zum Verzweifeln! Der junge Máni Steinn (= Mondstein) wird also gerettet von der "schönen Sóla"...
Boy meets girl, vielleicht ein tolles Buch, aber nichts für diesen Shop...
Oder? Sjón (eigentlich Sigurjón Birgir Sigurðsson, isländischer Allroundkünstler, außerhalb von Island hauptsächlich durch seine Zusammenarbeit mit Björk bekannt) braucht grade einmal acht Zeilen Vorlauf, um "zur Sache" zu kommen:
„Der Mann gibt ein leises Stöhnen von sich, er steht dicht vor dem knienden Jungen. Mit dem Rücken gegen die Felswand ist er wie mit seinem eigenen Schatten verschmolzen, wie am Berg festgewachsen. Der Mann stöhnt wieder, lauter und fordernder, stößt sein Becken vor und zurück, dringt mit seinem aufgerichteten Glied tief in den Mund des Jungen.“
Noch Fragen?
Ja. Máni ist schwul. Er verdient sich sein Geld als Stricher, geniesst den Sex aber selbst genau so wie seine Freier!
Nein. Dieser Roman ist kein Fall für unsere Abteilung "Sexgeschichten". Wenn der Verlag "lyrisch", "bildgewaltig" und "Weltliteratur" sagt, dann hat er Recht!
"Der Junge, den es nicht gab" ist ein absolutes Wunderding: surreal und märchenhaft, dunkel, schön und wild. Man muss sich da wohl wirklich einen Vulkanausbruch im Schnee vorstellen, dazu Musik von Sigur Rós - oder doch Björk? - dann kommt man der Sache näher. Phantastisch!