DER TALENTIERTE MR. RIPLEY von PATRICIA HIGHSMITH
Art.Nr.: 34571
Hersteller: Diogenes
EUR 14,00
inkl. 7 % USt
Produktbeschreibung
>> Diogenes (detebe),
Zürich 2024 [dt. Erstausgabe als "Nur die Sonne war Zeuge", Rowohlt 1961]
Engl. Originalausgabe: THE TALENTED MR. RIPLEY, Coward-McCann, New York 1955
Aus dem amerikanischen Englisch von Melanie Walz
Softcover, 432 Seiten
Verlagstext:
Unbeschwerte Dolce Vita: Das ist das Leben, von dem Tom Ripley in seinem New Yorker Kellerloch träumt – und das sein Schulfreund Dickie Greenleaf führt. Dickies Vater, ein reicher Reeder, bittet Tom, nach Italien zu fahren und seinen ›verlorenen Sohn‹ nach Amerika zurückzuholen: ein Traumauftrag für einen armen Nobody wie Tom. Noch ahnt niemand, wie weit Ripley gehen wird, um für immer zu Dickies Welt zu gehören. 40 Jahre nach René Cléments Kultverfilmung mit Alain Delon (›Nur die Sonne war Zeuge‹) drehte Oscar-Preisträger Anthony Minghella 2000 ein Remake (›Der talentierte Mr. Ripley‹) mit Matt Damon.
Patricia Highsmith wurde 1921 in Fort Worth/Texas geboren. Sie wuchs in Texas und New York auf und studierte Literatur und Zoologie. Erste Kurzgeschichten schrieb sie an der Highschool, den ersten Lebensunterhalt verdiente sie als Comictexterin und den erstes Welterfolg erlangte sie 1950 mit ihrem Romanerstling ›Zwei Fremde im Zug‹, dessen Verfilmung von Alfred Hitchcock sie über Nacht weltberühmt machte. Seit 1963 lebte sie an verschiedenen Orten in Europa, seit 1983 im Tessin. Patricia Highsmith starb 1995 in Locarno.
Erlkoenig sagt:
Die Art und Weise, in der Patricia Highsmith die Fragen nach Gut und Böse, "Erlaubt" oder "Verboten", Moral oder Gewissen zerbröselt, manchmal nachgerade lächerlich macht, wurde einige Jahrzehnte später von jungen Autoren aufgegriffen, die dann das Etikett "postmodern" bekamen und seither als hip gelten. Man sollte meinen, dass auch die Bücher der Highsmith davon profitieren könnten, wie exakt sie den "Zeitgeist" von heute (2003) vorweggenommen haben. Das hat sich wohl auch der Diogenes-Verlag gedacht, als er das Mammutprojekt einer neu übersetzten Gesamtausgabe startete. Das Interesse bei uns hält sich allerdings sehr in Grenzen. Das ist ungerecht. In diesen Tagen sind gleich zwei der neuübersetzten Highsmith-Romane als Taschenbuch herausgekommen, die sich als idealer Einstieg eignen und überhaupt zu den Geniestreichen zählen:
Zum einen ist dies "Der talentierte Mr. Ripley", 1955 veröffentlicht. Hier wurde eine der faszinierendsten Gestalten der Kriminalliteratur "geboren" und ein ganzes Genre auf den Kopf gestellt: Der Leser wird Komplize des Verbrechers und sehnt sich nicht etwa nach dem Sieg der Gerechtigkeit, sondern bangt darum, dass Tom Ripley NICHT gefasst wird, für seine Morde NICHT büssen muss.
Als wenn dieser "Solidarisierungseffekt" nicht ohnehin ein literarisches "Wunder" wäre: Patricia Highsmith schafft es auch noch, einen Helden zu "verkaufen", der mehr schwul als bisexuell ist. Das war in den 50er-Jahren eigentlich völlig undenkbar!
Zugegeben: Natürlich wird in "Der talentierte Mr. Ripley" Sexuelles mehr angedeutet als offen ausgesprochen - wie ja auch sonst eher "Suspense" als "Action" angesagt ist bei Patricia Highsmith. Um es deutlich zu machen: Wer von einem "schwulen Krimi" erwartet, dass alle paar Seiten ein paar Homos ermordet werden oder miteinander rumficken, der soll bitte die Finger davon lassen.
Andere Argumente, nicht süchtig nach Highsmith oder Tom Ripley zu werden, lasse ich eigentlich nicht gelten.
(Thomas Ott, Katalog "die schwulen Buchläden", 2003)
Patricia Highsmith, Foto © Simone Sassen
Engl. Originalausgabe: THE TALENTED MR. RIPLEY, Coward-McCann, New York 1955
Aus dem amerikanischen Englisch von Melanie Walz
Softcover, 432 Seiten
Verlagstext:
Unbeschwerte Dolce Vita: Das ist das Leben, von dem Tom Ripley in seinem New Yorker Kellerloch träumt – und das sein Schulfreund Dickie Greenleaf führt. Dickies Vater, ein reicher Reeder, bittet Tom, nach Italien zu fahren und seinen ›verlorenen Sohn‹ nach Amerika zurückzuholen: ein Traumauftrag für einen armen Nobody wie Tom. Noch ahnt niemand, wie weit Ripley gehen wird, um für immer zu Dickies Welt zu gehören. 40 Jahre nach René Cléments Kultverfilmung mit Alain Delon (›Nur die Sonne war Zeuge‹) drehte Oscar-Preisträger Anthony Minghella 2000 ein Remake (›Der talentierte Mr. Ripley‹) mit Matt Damon.
Patricia Highsmith wurde 1921 in Fort Worth/Texas geboren. Sie wuchs in Texas und New York auf und studierte Literatur und Zoologie. Erste Kurzgeschichten schrieb sie an der Highschool, den ersten Lebensunterhalt verdiente sie als Comictexterin und den erstes Welterfolg erlangte sie 1950 mit ihrem Romanerstling ›Zwei Fremde im Zug‹, dessen Verfilmung von Alfred Hitchcock sie über Nacht weltberühmt machte. Seit 1963 lebte sie an verschiedenen Orten in Europa, seit 1983 im Tessin. Patricia Highsmith starb 1995 in Locarno.
Erlkoenig sagt:
Die Art und Weise, in der Patricia Highsmith die Fragen nach Gut und Böse, "Erlaubt" oder "Verboten", Moral oder Gewissen zerbröselt, manchmal nachgerade lächerlich macht, wurde einige Jahrzehnte später von jungen Autoren aufgegriffen, die dann das Etikett "postmodern" bekamen und seither als hip gelten. Man sollte meinen, dass auch die Bücher der Highsmith davon profitieren könnten, wie exakt sie den "Zeitgeist" von heute (2003) vorweggenommen haben. Das hat sich wohl auch der Diogenes-Verlag gedacht, als er das Mammutprojekt einer neu übersetzten Gesamtausgabe startete. Das Interesse bei uns hält sich allerdings sehr in Grenzen. Das ist ungerecht. In diesen Tagen sind gleich zwei der neuübersetzten Highsmith-Romane als Taschenbuch herausgekommen, die sich als idealer Einstieg eignen und überhaupt zu den Geniestreichen zählen:
Zum einen ist dies "Der talentierte Mr. Ripley", 1955 veröffentlicht. Hier wurde eine der faszinierendsten Gestalten der Kriminalliteratur "geboren" und ein ganzes Genre auf den Kopf gestellt: Der Leser wird Komplize des Verbrechers und sehnt sich nicht etwa nach dem Sieg der Gerechtigkeit, sondern bangt darum, dass Tom Ripley NICHT gefasst wird, für seine Morde NICHT büssen muss.
Als wenn dieser "Solidarisierungseffekt" nicht ohnehin ein literarisches "Wunder" wäre: Patricia Highsmith schafft es auch noch, einen Helden zu "verkaufen", der mehr schwul als bisexuell ist. Das war in den 50er-Jahren eigentlich völlig undenkbar!
Zugegeben: Natürlich wird in "Der talentierte Mr. Ripley" Sexuelles mehr angedeutet als offen ausgesprochen - wie ja auch sonst eher "Suspense" als "Action" angesagt ist bei Patricia Highsmith. Um es deutlich zu machen: Wer von einem "schwulen Krimi" erwartet, dass alle paar Seiten ein paar Homos ermordet werden oder miteinander rumficken, der soll bitte die Finger davon lassen.
Andere Argumente, nicht süchtig nach Highsmith oder Tom Ripley zu werden, lasse ich eigentlich nicht gelten.
(Thomas Ott, Katalog "die schwulen Buchläden", 2003)
Patricia Highsmith, Foto © Simone Sassen